Was ist ein Passivhaus?

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das „passiv“ von der Sonne, von inneren Wärmequellen und von zurückgewonnener Wärme behaglich warm gehalten wird- deshalb benötigt es nicht unbedingt ein konventionelles Heizsystem mit Heizkörpern in jedem Raum.
Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann z.B. den Wärmebedarf mit einer sehr kleinen Gas- oder Elektrozusatzheizung decken. Optional wird häufig eine Röhrenkollektoranlage für die Brauchwassererwärmung oder auch inkl. Heizungsunterstützung eingebaut.

Das Passivhaus ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses (NEH). Im Vergleich zum NEH benötigt ein Passivhaus 80% weniger Heizenergie, im Vergleich zu einem KfW 55 Gebäude über 75 %. Umgerechnet in Heizöl kommt ein Passivhaus im Jahr mit weniger als 1,5 Liter pro Quadratmeter aus. Diese sensationelle Einsparung erreicht das Passivhaus allein durch seine beiden Grundprinzipien: Wärmeverluste vermeiden und freie Wärmegewinnung optimieren.

Ein Passivhaus verbraucht ca. 90 Prozent weniger Heizwärme als ein Haus im Baubestand. Und selbst im Vergleich zu einem durchschnittlicher Neubau wird mehr als ca. 70% eingespart. Der Heizenergieverbrauch eines Passivhauses liegt mit um 1,5 l-Heizölgleichwert je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr um ein Vielfaches unter dem eines Niedrigenergiehauses. Zudem ist der Wohnkomfort in einem Passivhaus wesentlich verbessert. Das Passivhaus nutzt die in seinem Inneren vorhandenen Energiequellen wie die Körperwärme von Personen und einfallende Sonnenwärme – die Heizung kann dadurch grundlegend vereinfacht werden. Besonders gute Fenster und eine Hülle aus hochwirksamer Wärmedämmung in Außenwänden, Dach und Bodenplatte halten die Wärme schützend im Haus und halten im Sommer die Wärme draußen. Für gleichbleibend frische Luft ohne Zugerscheinungen kann eine Lüftungsanlage sorgen, in der eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung die Wärme der Abluft wider verfügbar macht. Die Bauweise ist meist sehr kompakt um das Verhältnis von Oberfläche zum Volumen zu optimieren. Die größeren  Fenster sind üblicherweise nach Süden orientiert und sollten von außen konstruktiv oder mobil verschattet werden können um einen Überhitzung im Sommer zu vermeiden.